Depression

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Eine Depression kann Ausdruck einer Fehlanpassung an dauernden Stress sein (im Zusammenhang mit der Neurofibromatose Typ 2 z.B. nach einer schweren Operation). Es handelt sich dabei um eine seelische Störung, die sich in tiefer Niedergeschlagenheit äußert, allerdings individuell in sehr unterschiedlicher Weise. Korrekt lautet die Bezeichnung dieses Symptomenkomplexes, bei dem immer mehrere Symptome zusammenkommen, "depressive Episode". Diese Symptome können sich allmählich entwickeln oder plötzlich auftreten. Zu den häufigsten Merkmalen einer Depression gehören

  • Antriebslosigkeit
  • Verlust der Fähigkeit, Freude oder auch Trauer empfinden zu können)
  • innere Unruhe und Schlafstörungen
  • fehlende Lebensfreude , innere Leere und Traurigkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • schwindendes Interesse
  • Unentschlossenheit
  • Schuldgefühle, Selbstanklagen
  • gestörte Farbwahrnehmung (alles ist grau)
  • Gedanken an Selbstmord
  • körperliche Beschwerden und Missbefinden
  • Konzentrationsstörungen

Bei einer schweren depressiven Episode kann der Erkrankte in seinem Antrieb so gehemmt sein, dass er nicht einmal mehr einfachste Tätigkeiten, wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen verrichten kann.

Ein erhebliches Problem bei einer Depression ist, dass sich oft aus dem näheren Umfeld niemand auch nur bemüht, die Situation des Betroffenen zu verstehen. Häufig versuchen stattdessen Mitmenschen den Depressiven aufzumuntern mit Sprüchen, wie: "Das wird schon wieder!" oder "Reiß Dich doch einfach mal zusammen!". Dies ist jedoch wenig hilfreich, denn ein depressiver Mensch wird diese Ratschläge nicht umsetzen können. Wie soll man sich vor etwas zusammenreißen, das man nicht einordnen kann, nicht weiß warum es entstanden ist? Stattdessen wird nur das Gefühl verstärkt, dass tatsächlich "etwas mit dem Betroffenen nicht stimme". Solche Ratschläge sollten Betroffene versuchen, nicht ernst zu nehmen, denn sie kommen von Menschen die keinerlei Ahnung haben um was es hier eigentlich geht. Eine weitere verbreitete Fehlannahme ist, dass Depressive an ihrer Erkrankung selber Schuld sind. An der Entwicklung einer Depression ist man aber genauso wenig schuld wie an einer Grippe. Viele depressive Patienten konzentrieren sich daher auf ihre körperlichen Symptome und halten sich auch nicht für krank, sondern für Versager, so dass Betroffene nicht die notwendige Hilfe erhalten können.

Beim Krankheitsbild der depressiven Episode wird grundsätzlich unterschieden zwischen einer endogenen Depression (endogen bedeutet aus sich selber heraus), die ohne erkennbare Ursache auftritt (und bei der auch eine genetische Mitverursachung vermutet wird; so liegt das Risiko des Auftretens einer Depression bei 15% für Kinder deren Eltern ebenfalls an einer Depression erkrankt sind, wobei Kritiker einwenden dass lediglich das depressive Verhalten der Eltern Grund für die Störung sei), neurotische oder auch Erschöpfungsdepression - (verursacht durch länger andauernde belastende Erfahrungen in der Lebensgeschichte) und reaktive Depression - als Reaktion auf ein aktuell belastendes Ereignis. Beim Entstehen einer Depression spielen jedoch immer auch Umweltfaktoren eine Rolle. Darüber, wie die mögliche genetische Grundlage der Depression aussehen könnte, besteht aber keine Einigkeit und Einvernehmen herrscht nur darüber, dass es ein isoliertes "Depressions-Gen" nicht gibt. Weitere Auslöser für eine Depression kann ein Mangel an Tageslicht sein. Ist einmal eine Depression aufgetreten, so besteht eine Prädisposition für eine erneute Neurotransmitter-Entgleisung bei Stressfaktoren.

Zur Behandlung der Depression kann ein breites Spektrum psychotherapeutischer Verfahren eingesetzt werden. Die Psychotherapie konzentriert sich auf das Gespräch, häufig erfolgt aber auch die Gabe von Antidepressiva vor oder während einer Psychotherapie als begleitende Medikation. Am Häufigsten werden zur Behandlung von Depressionen Serotoninhemmer eingesetzt. Eine verhaltenstherapeutische Behandlung der Depression ist darauf gerichtet, die depressionsauslösenden Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, um sie anschließend Schritt für Schritt zu verändern. Außerdem wird der Patient zu größerer Aktivität motiviert, um z.B. seine persönlichen Verstärkermechanismen wieder zu aktivieren.

 

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