Schmerz

 

Bei NF2 kann es aus unterschiedlichen Gründen zu akuten oder lang anhaltenden (chronischen) Schmerzen kommen. Diese beiden Arten von Schmerz, akut oder chronisch, müssen getrennt betrachtet werden, obwohl sie natürlich zusammenhängen.

Akuter Schmerz hat eine Warnfunktion und hilft bei der Diagnose von Störungen im Körper. Bei NF2 kann es zu akuten Schmerzen durch Tumorwachstum kommen, entweder weil der Tumor wichtige Blutgefäße blockiert oder weil er Nerven reizt.

Wenn der akute Schmerz oft wiederkehrt, sollte er unterdrückt werden, medikamentös oder durch eine andere schmerzhemmende Therapie. Die Folgen eines nicht ausreichend behandelten Schmerzes dürfen nicht unterschätzt werden. So kann z. B. anhaltender Schmerz nach Operationen zu einer Verzögerung der Erholung führen und birgt darüber hinaus die Gefahr, dass der Schmerz chronisch wird.

Spezielle Schmerztherapeuten sollten aufgesucht werden, wenn man mit dem bisherigen Schmerzmedikament nicht mehr klarkommt oder wegen Schmerzen vor der Entscheidung zu einer Operation steht bzw. nach einer Operation die erhoffte Linderung ausbleibt. Je länger ein Schmerz besteht, desto differenzierter muss behandelt werden.

Schmerztherapeuten passen ihre Behandlung nicht nur der Schmerzintensität, sondern vor allem auch den Schmerzmechanismen an. Darum werden verschiedene Schmerzformen oft unterschiedlich behandelt und es wird sicherlich nie die eine Methode geben, die alle Schmerzen gleichermaßen lindert. Sie müssen abwägen, welche Therapie (medikamentöse oder nicht –medikamentös) sinnvoll ist.

Es ist nicht sinnvoll, Schmerzen auszuhalten!

Der Grund dafür ist, dass das Gehirn sich die Schmerzen sehr schnell merkt (Das Gehirn lernt also aus Erfahrung) und dann ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entwickelt. Das heißt unser Gehirn, produziert immer wieder Warnsignale, sprich Schmerzen, obwohl die eigentliche Ursache gar nicht mehr vorhanden ist. Es hat sich dann eine eigene Krankheit entwickelt.

Es gibt sehr viele Schmerzmittel (Analgetika) für leichte bis unerträglich starke Schmerzen.

Die einfachste Behandlung von leichten Schmerzen sind Mittel wie Paracetamol und Ibuprofen, die rezeptfrei zu kaufen sind. Diese Mittel sind aber nicht ungefährlich, wenn man sie als Dauermedikation nimmt! Schwere Leber- oder Nierenschäden können die Folge sein.

Starke akute Schmerzen kann man mit Opioiden (z.B. Tramadol), als Steigerung auch mit Morphinen unterdrücken. Die Angst vor einer Sucht ist unbegründet, denn bei Schmerzen wirkt das Opioid oder Morphium anders als beim gesunden Menschen.

Schmerztherapeuten setzen inzwischen in den meisten Fällen nicht mehr auf Ruhe und Schonung, sondern auf Eigeninitiative der Patienten. Wichtig sind – neben medizinischen und medikamentösen Behandlungsverfahren – psychologisch-verhaltensmedizinische Therapien sowie eine dem individuellen Leistungsvermögen angepasste Bewegungstherapie. Auch Techniken wie Yoga, autogenes Training oder Entspannungstechniken können Schmerzen lindern.

Welche medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren und Strategien alleine oder in Kombination eingesetzt werden, hängt von der Schmerzform, der Intensität der Beschwerden, deren Spektrum sowie möglichen Begleitsymptomen und Begleiterkrankungen ab, die ebenfalls diagnostiziert und behandelt werden müssen.