Nach Rückenmarkstumoren

 

Ein zentrales Element der postoperativen Nachversorgung und der Rehabilitation ist die krankengymnastische Behandlung. Um Patienten im neurologischen Bereich vor allem nach einer Rückenmark OP spezifischer und effektiver therapieren zu können, arbeiten wir nach dem Bobath - Konzept.

Was ist das Bobath - Konzept?

  • ein 24 - Stunden Management, d.h. Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Pflege, Patient und seine Angehörigen werden mit in die Betreuung und Therapie einbezogen.

Was ist das Bobath - Ziel?

  • die Selbständigkeit von harmonischen Bewegungsabläufen im Alltag des Patienten wieder herzustellen.
  • das 24- Stunden Konzept ist die philosophische Grundlage für eine optimale Rehabilitation des Patienten durch neuronales Lernen
  • die vorhandenen Ressourcen des Patienten zu fördern

Der entscheidende Faktor für den Rehabilitationserfolg ist die ganzheitliche Behandlung des Patienten, d.h. den Patienten individuell mit all seinen Bedürfnissen und Problemen wahrzunehmen. Durch professionelle Hilfestellungen, Hilfsmittel und ein gezieltes Selbsthilfetraining sollen die Patienten lernen, die Anforderungen und Aktivitäten des täglichen Lebens wieder selbst zu bestimmen.

Nach einer OP von Rückenmarkstumoren können motorische Störungen der Bewegungsabläufe, sowie die Sensibilität des Patienten auftreten, aber auch spastische Lähmungen und schmerzhafte so genannte spinalen Automatismen können vorkommen. Das Ziel der Physiotherapie ist es, den Patienten mit all seinen Begleiterscheinungen mit Hilfe der Therapie und Hilfsmitteln schmerzfrei zu bekommen und Ihn möglichst schnell wieder auf die Selbständigkeit im Alltag vorzubereiten.

Therapiemöglichkeiten

Mit Hilfe z. B. des Stehtrainers kann der Patient sofort in die Standphase gebracht werden, auch wenn er selbst nicht genug Kraft in den Beinen hat. Indikation bei diesem Gerät ist die Vorbeugung von Osteoporose, Kreislaufstabilisierung und die Psyche des Patienten aufrecht zu erhalten. Der Stehtrainer gibt dem Therapeuten die Möglichkeit mit dem Patienten Haltungsübungen auszuführen und zu üben. Welche Hilfsmittel jeweils zum Einsatz kommen, hängt von den Fähigkeiten und der muskulären Versorgung des Patienten ab. Das Ziel ist ein möglichst physiologisches und ökonomisches Gangbild bei minimalen Hilfsmitteleinsatz zu erreichen.

Genauso das Neuromedizinische Gerät, es bewegt dem Patient die Gelenke, um Kontrakturen vorzubeugen; spastische Zustände können hiermit gelöst werden.

Atemtherapie

Auch Atemtherapie sollte durchgeführt werden, da durch die schlechte Haltung des Patienten, es zum Verlust der Thoraxmobilität kommt - d.h. der Tonus der Atemhilfsmuskulatur steigt an und es treten Verspannungen auf. Des Weiteren verringern sich die Vitalkapazität und das Atemzugvolumen des Patienten. Als Folge kommt es zu einer geringen Sauerstoffsättigung im Blut, dadurch ermüdet der Patient schneller und sein Kreislauf wird negativ beeinflusst. Die Atemtherapie beugt auch einer Lungenentzündung vor.

passive/aktive Bewegungsübungen

Die passiven/aktiven Bewegungsübungen sollen Gelenkkontrakturen verhindern und die geschwächten Muskelgruppen kräftigen.

Manuelle Lymphdrainage

Begleiterscheinungen wie Ödeme werden durch die Lymphdrainage verringert.

Thermische Anwendungen. z.B. Eisanwendungen werden bei Sensibilitätsstörungen eingesetzt, um die betroffene Seite des Patienten auf die Therapie vorzubereiten und zu stimulieren.

Bindegewebsbehandlung

Bindegewebsbehandlungen werden bei Muskelverspannungen und Verklebungen eingesetzt.

Lagerung

Die Lagerung soll die Dehnung und Wahrnehmung der betroffenen Seite des Patienten trainieren sowie sollte der Patient alle 2-3 Stunden umgelagert werden zur Dekubitusphrophylaxe, wenn er selbst nicht in der Lage dazu  ist, sich zu wenden.

Gangschule

Das Gehtraining ist das eigentliche Ziel der Rehabilitation bei nicht kompletten Querschnittpatienten, da Sie zur Selbständigkeit motiviert werden. Sinn der Gangschule ist, im ZNS gespeicherte Bewegungsabläufe wieder abzurufen. Für die Gangschule steht als Voraussetzung, dass der Patient einen stabilen Kreislauf hat, dann kann diese Therapie auf einem Laufband durchgeführt werden.

Beim Gehtraining kann man eine Ganganalyse durchführen, um Gangfehler oder Veränderungen im Gangbild festzustellen.

Elektrotherapie:

Elektrotherapie kommt im Rahmen einer Schmerzbehandlung oder zur Muskelstimulation zum Einsatz.