VerbaVoice (Ferndolmetschen)

.VerbaVoice

altVerbaVoice ist ein Übersetzungsdienst für Hörgeschädigte mit Sitz in München, der über Mikrofon und Internet von überall mobil genutzt werden kann. Die gesprochene Sprache wird wahlweise in Schrift oder in Gebärdensprache umgewandelt. Die Übertragung ist live. Hörgeschädigte Menschen können also mitlesen und damit aktiv am Geschehen teilnehmen.

Die Sprecher (Dozent, Kollege, Anwalt, usw.) sprechen in ein Mikrofon. Über das Internet bzw. Handynetz wird das Gesprochene zu einem Schriftdolmetscher gesendet. Der Dolmetscher produziert einen Text und schickt diesen über das System zurück auf den Bildschirm. All dies geschieht in schnellster Zeit sodass nur kleine Verzögerungen bemerkbar sind.

Das A & O bei verbaVoice ist ein Gerät mit Internetzugang und ein Mikrofon, beispielsweise ein Laptop oder Tablet. Smartphone Bildschirme sind oft zu klein aber eine gute Alternative. Je nach Gerät wird einem nach Anmeldung bei VerbaVoice gezeigt wie man es handhabt.

VerbaVoice ersetzt einen persönlich anwesenden Dolmetscher. Die Voraussetzungen für die Nutzung von Ferndolmetschern von VerbaVoice sind genau wie bei den „Live-Dolmetschern“ vor Ort: man muss einen Kostenträger haben und man muss die Dolmetschzeit angeben.

Letzteres könnte die Nutzung dieses 

Service bei Arztgesprächen erschweren. Da man den gesamten Zeitraum anmelden muss und nie genau sagen kann, wann man in Arztpraxen drankommt, bzw. im Krankenhaus die Visite kommt, ist es in dieser Hinsicht noch nicht 100% praxistauglich.

alt

 

 

 

 

Ein Erfahrungsbericht

Fabian: Ich nutze den Dienst von VerbaVoice derzeit nur beruflich, privat noch nicht, das kommt aber bestimmt bald.

Die Beauftragung klappt super, entweder per Mail oder auch WhatsApp, wenn man die Handy-Nr. des Ansprechpartners hat, als auch mit dem Auftragsformular im Internet. Das ist aber noch ausbaufähig.

Einmal reichte sogar ein Vorlauf von nur 4 Stunden, es sollten aber besser mehrere Arbeitstage sein.

Die Dolmetscher sind auch relativ flexibel, wenn sie nicht grade einen zeitgenauen Folgetermin haben. So ist es normalerweise kein Problem, wenn aus einer geplanten Stunde auch mal 1,5h werden.

Die Qualität kann ich für mich nur als gut bezeichnen, trotz des ganzen Fachchinesisch bleibt es verständlich, ich weiß ja worum es geht :-). Klar ist aber auch, dass ein Schriftdolmetscher das gesprochene Wort immer etwas hinterher hängt, so dass es dadurch zu einer kleinen Verzögerung kommt.

Wenn es Probleme gibt, und die gibt es leider immer mal wieder, liegt das aber ausschließlich an der Technik. Entweder ist das Netz nicht stabil genug oder, wie es jetzt grade beim letzten Meeting passiert ist, das externe Mikro (das am Laptop angeschlossen ist) überträgt kein Signal zum Server.

Wir konnten in dem Fall das Problem aber schnell kompensieren, indem ich mit dem iPhone App eine Verbindung aufgebaut habe. Der Dolmetscher hörte dann was gesagt wurde über das iPhone und ich konnte es in gewohnter Größe am Laptop mitlesen. War klasse!

Und was natürlich wichtig ist: Gesprächsdiziplin! Also nicht ins Wort fallen und durcheinander reden, sonst ist das Ganze nicht zu verschriftlichen. Meistens klappt es, und wenn es manchmal zu bunt wird muss mal auch mal laut STOP sagen und alle Beteiligten wieder drauf hinweisen. Dann geht es auch:-).

Auf Seminaren hatte ich VerbaVoice auch schon zweimal dieses Jahr über jeweils eine Woche im Einsatz und war mehr als zufrieden. Denn man kann auch mal etwas "nachlesen" wenn man mal kurz raus war. Eine Herausforderung bleibt aber immer die technische Ausstattung: einmal das Netz, wie man angebunden ist und zum zweiten die Mikros. Letztere bekomme ich problemlos von Verbavoice zugeschickt  nur das Netz selbst macht manchmal Zicken. Aber mit zunehmender guter UMTS Netzabdeckung wird das bald auch in Kleinkleckersdorf bestens mittels iPhone&Co funktionieren. Und dann ist es auch für mich an der Zeit, den Dienst mal beim Arzt zu nutzen.